„Tschick“ – oder: Tipps für eine tragfähige Stimme

Seit Mitte September läuft der Road-Movie „Tschick“ im Kino. Der gleichnamige Jugendroman (die Vorlage zum Film) hat mich vor einigen Jahren so sehr gepackt, dass ich das Buch kaum weglegen konnte.

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Worum geht es? Der 14-jährige Maik stellt sich auf sturmfreie Sommerferien in der Villa seiner Eltern ein. Doch plötzlich steht Tschick vor der Tür. Mit einem gestohlenen Auto. Damit begeben sie sich auf eine abenteuerreiche Reise durch die deutsche Provinz. Unterwegs schliessen sie viele Bekanntschaften. Unter anderem begegnen sie einer äusserst originellen Sprachtherapeutin. Die als Flusspferd umschriebene Dame erscheint aus dem Nichts und verletzt versehentlich Tschicks Fuss. Kurzentschlossen packt sie den Verletzten und seinen Freund in ihren BMW und rast mit ihnen ins Krankenhaus. Während der Fahrt dorthin gibt sie den beiden Einblick in ihren Beruf („Ich bringe Leuten Sprechen bei“). Wie man zu einer guten, tragfähigen Stimme kommt, demonstriert sie gleich mit einer praktischen Übung:

„Wenn du von hier sprichst“, sagte die Frau, „kriegst du nur so ein Krächzen raus. Da kommt die Luft aus dem Hals, so: Uch, uch. Es muss aber von hier kommen.“ Sie öffnete den Mund zu einem O und hob mit beiden Händen einen unsichtbaren Schatz vor ihrem Bauch, wozu sie kurz das Lenkrad loslassen musste. Tschick griff ins Steuer. [...] „Zentrum nach unten“, sagte sie und ging langsam wieder aufs Gas. „Der Mensch ist wie eine Zahnpastatube. Wenn du unten drückst, kommt oben was raus. – UCHH! UCHH!“

„Uch! Uch!“, machte Tschick.

„Ja, besser. UUAAAAAACHHH!“[...]

Die Berufskollegin, auf welche ich beim Lesen des Buchs so unerwartet stiess, brachte mich zum Lachen. Ich dachte zurück an die Logopädie-Hospitationen vor meinem Studienbeginn. Gähnen, seufzen, den Brustkorb abklopfen, die Lippen flattern lassen? Viele Stimmübungen erschienen mir damals seltsam.

Die beherzte und fürsorgliche, aber auch etwas eigenartige Sprachtherapeutin hat es leider nicht ins Drehbuch des Films geschafft. Der ist aber auch so sehenswert.

Wer nun fleissig „UCHH! UCHH!“ geübt hat, ohne dass die Stimme dadurch tragfähiger geworden wäre, dem empfehle ich wärmstens „Lax Vox“.

Hier geht’s zur Anleitung. Viel Erfolg!

Priscilla Schranz

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